September 26, 2017

Stimmbildung im Chor

Seit der Übernahme des BOC durch den Dirigenten und Chorleiter Thomas Hennig (2008) wird auf eine Stimmbildung der Chorsänger und –sängerinnen unter professioneller Anleitung großen Wert gelegt.

Der BOC gehört zu den großen Konzertchören der Hauptstadt. Damit stellt er sich einem hohen künstlerischen und stimmlichen Anspruch unter großer Konkurrenz und wird diesem dadurch gerecht, dass der gesamte Klangkörper nach immer größerer musikalischer und stimmlicher Vollkommenheit strebt. Dazu gehört ein durchgehender Besuch möglichst aller Proben als Basis. Die Stimmen entwickeln sich durch regelmäßiges Training, ähnlich wie beim Sport. Auch beim Singen werden Muskeln genutzt, und diese können nur Hochleistungen bringen, wenn sie regelmäßig unter sachkundiger Aufsicht aktiv werden.

Durch gezielte Arbeit mit den Stimmen des BOC hat sich der Klang des Chores stetig verbessert.
Schwerpunkte der stimmbildnerischen Arbeit liegen momentan auf der Homogenität und Kultiviertheit des Chorklanges, der Intonation sowie der Durchschlagskraft einzelner Stimmgruppen. Die positive klangliche Entwicklung des BOC ist unter anderem als Ergebnis der intensiven Montagsproben, abwechselnd jeweils getrennt für Männer und Frauen, und neuerdings auch der Stimmbildung mittwochs vor der Gesamtprobe im Wechsel der einzelnen Register (Sopran, Alt, Tenor, Bass) zu werten. Dies ist ein besonderes Angebot des BOC. Neben dem Studium der Einzelstimmen der Werke wird  in den Registern die eigene Stimme durch stimmbildnerische Übungen und Hinweise geschult, verbessert und trainiert. An Ausschnitten des jeweils einzustudierenden Werkes wird durch gezielte Übungen vermittelt, wie die technischen Probleme der entsprechenden Stelle im konkreten Falle zu lösen sind. Dies kann dann auf andere Ausschnitte des Werkes und andere Werke des jeweiligen Stiles übertragen werden und befähigt die Sänger/innen langfristig zu stilsicherem wie technisch sauberem Gesang.

Ein 20-minütiges Einsingen zu Beginn der Proben führt die Sänger/innen darüber hinaus in verschiedene Bereiche der Gesangstechnik ein, z.B. Atemtechnik, Register- und Vokalausgleich, dynamische Vielfalt, Aussprache der verschiedenen Sprachen der Werke (v. a. Latein, Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch) u. a. m. Auch sängerisches Hören und Blattsingefähigkeit werden dabei vermittelt, z. B. durch Kanonsingen. Dies schult die Intonation, spezielle stimmliche Fähigkeiten je nach Kanon wie schwierige Intervalle, Parlando usw., sowie die Hörfähigkeit jedes einzelnen.

Alle beschriebenen Elemente  stimmlicher Entwicklungsarbeit  sollen dem Chor mittelfristig helfen, seinen Platz als einer der großen Konzertchöre der Hauptstadt mit einer noch besseren Performance zu behaupten und zur Begeisterung des musikverständigen Publikums beizutragen.